Mitgliederinfos
Montessori-Bulletin 2010 - 4
Liebe Mitglieder Schon steht Weihnachten unmittelbar bevor und vielleicht ist das Lichterfest im Kreise der Familien bereits vorbei, wenn Sie in Ruhe dazu kommen, diese Zeilen zu lesen. Für uns vom Vorstand der Assoziation geht damit ein ereignisreiches, um nicht zu sagen aufregendes, Jahr zu Ende. Die Bewegung innerhalb unseren Montessori- Einrichtungen in Richtung auf eine Verstärkung der Montessori-Grundsätze im Alltag, welche nun auch die französische Schweiz erfasst hat, erfüllt uns mit Genugtuung. Wir dürfen damit die Früchte ernten für die Anstrengungen der vergangenen Jahre, aus dem höchstrichterlichen Spruch aus Lausanne von 2003 (Montessori wurde in der Schweiz zur geschützten Marke erklärt) ein System der Qualitätssicherung und Lizenzierung zu entwickeln.
Es ist für uns auch interessant zu verfolgen, wie diese Gedanken offenbar sukzessive beginnen, Fuss zu fassen. Die jüngste Absicht der AMI, mit den ihnen assoziierten, nationalen Vereinigungen Verträge im lizenzrechtlichen Sinne abzuschliessen, zeigen uns, dass die Schweiz hier ganz offensichtlich eine gewisse Vorreiterrolle eingenommen hat. Die Vertragsentwürfe, welche uns derzeit zum Studium vorliegen, benötigen allerdings schon noch die eine oder andere Verhandlungsrunde. Wie bei fast allen globalen oder auch kontinentalen Organisationen besteht immer eine gewisse Tendenz hin zu allzu zentralistischen und verallgemeinernden Regelungen, welche natürlich unseren schweizerisch-freiheitsliebenden Herzen zuwider läuft. Wir werden im neuen Jahr mit unseren Montessori-Freunden in Deutschland und Frankreich in Kontakt treten und sondieren, wo und inwieweit ähnliche Stossrichtungen bezüglich der Verhandlungen mit AMI bestehen.
Mit Sicherheit werden wir dabei unsere Erkenntnisse und Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Markenschutz und der Lizenzierung von Montessori- Institutionen einbringen können. Ziel soll sein, ein Optimum zu erlangen an Qualität in der Umsetzung der Montessori-Pädagogik, ohne dabei die Assoziationen und Institutionen in ihren gestalterischen Freiheiten ungebührlich einzuschränken. Dass bei alledem die Kinder im Zentrum stehen sollen, versteht sich von selbst. Wir hoffen, damit auch einen kleinen Beitrag zur weitergehenden, weltweiten Entwicklung und Verbreitung der Montessori-Pädagogik beitragen zu können.
Mit Bestimmtheit der zentralste Anlass des vergangenen Jahres war die Sonderschau zur Montessori-Pädagogik an der WORLDDIDAC in Basel Ende Oktober. Wie bereits im letzten Bulletin kurz berichtet, haben uns die Vorbereitungen für diesen bloss 3 Tage dauernden Grossanlass mächtig auf Trab gehalten. Das OK unter der Leitung von Gundula Kohrs und Beate Böttcher mit all ihren Helfern hat eine grossartige Arbeit geleistet, um diesen erstmaligen Event in der schweizerischen Montessori-Geschichte zum Erfolg zu bringen. Ebenfalls ein grosser Dank gebührt der Firma Nienhuis Montessori und speziell ihrem Vertreter für den deutschsprachigen Raum, Heiko Braun, hat uns Nienhuis doch die vorbereitete Umgebung im "gläsernen Klassenzimmer" mit Regalen und Inhalt grossmehrheitlich und unentgeltlich zur Verfügung gestellt.
Gleichzeitig – und ebenfalls erstmalig – wurde eine Broschüre der "Montessori Schulen und Kinderhäuser in der Schweiz" herausgegeben, welche zweisprachig deutsch/französisch abgefasst ist und Einrichtungen der deutschen und welschen Schweiz umfasst. Das Verzeichnis gibt auf über 50 Seiten eine kurze Einführung in die Montessori-Pädagogik sowie einen Überblick über Montessori-Einrichtungen und -Ausbildungsstätten in der Schweiz und wird lange über die Messe hinaus als handliches Nachschlagewerk gute Dienste leisten. Wir danken allen Schulen und Kinderhäusern für ihren finanziellen Beitrag sowie den Inserenten für ihr Sponsoring, mit deren Hilfe erst die Realisation der Broschüre möglich wurde. In der Beilage finden Sie als Mitglieder ein Belegexemplar; sollten Sie Interesse an weiteren Exemplaren haben, dann teilen Sie uns dies doch bitte mit – wir lassen Ihnen gerne zusätzliche Exemplare unentgeltlich zukommen.

Der 50 m2 grosse Stand an der WORLDDIDAC mit dem "gläsernen
Klassenzimmer" hat grosse Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Im Klassenzimmer
arbeiteten täglich abwechselnd mehrere Gruppen von Kindern im Kinderhaus- oder
Primarschulalter und ihre Lehrkräfte zeigten ihnen Darbietung um Darbietung. Zum
grossen Erstaunen der phasenweise dicht um den Stand sich drängenden Besucher
verlief dies alles mit der uns vertrauten Ruhe und Betriebsamkeit. Manch eine
Lehrkraft aus der öffentlichen Schule fragte die Standbetreuer ungläubig, ob denn
dies im Alltag immer so sei und wie man denn erreichen könne, dass die Kinder zu
so hoher Konzentration kämen – selbst im Trubel einer Messe!

Darüber hinaus konnten auch viele interessante Gespräche geführt und Kontakte
geknüpft werden. Das Feedback insgesamt zum Auftritt der Montessorianer war sehr
gut. Auch von der Messeleitung haben wir anerkennende Worte erhalten, welche
darin gipfelten, dass sie die AM(S) an der nächsten WORLDDIDAC in Basel 2012
gerne wieder dabei hätten. In einer kürzlich vom OK abgehaltenen
Auswertungssitzung wurden Vorbereitung und Organisation unseres Auftritts einer
eingehenden "Manöverkritik" unterzogen, um für eine erneute Teilnahme an der
Messe gerüstet zu sein und auch diverse Verbesserungsmöglichkeiten
berücksichtigen zu können. Die Begeisterung im Team war – trotz aller
Anstrengungen und viel Zusatzarbeit – erfreulicherweise so gross, dass unser
Mitwirken an der WORLDDIDAC in zwei Jahren aus unserer Warte beschlossene
Sache ist.
Apropos Zukunft: Bitte reservieren Sie sich heute schon den Termin für die Generalversammlung der AM(S); sie findet am Dienstag, 10. Mai 2011 wiederum in Zürich statt.
Mit diesem weitläufigen Ausblick möchten wir uns für das zu Ende gehende Jahr von Ihnen verabschieden. Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien frohe Festtage und zum Neuen Jahr alles Gute!
Zürich, im Dezember 2010
Jürg R. Schüepp, Präsident
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